Segeln auf dem Wattenmeer

Segeln auf dem Wattenmeer

Wer möchte nicht ab und zu mal abschalten, den Alltag mit seinen Sorgen und Verpflichtungen an den Nagel hängen? Wer möchte nicht persönlich in seinen Stärken und Schwächen herausgefordert werden, mit netten Menschen neue Erfahrungen sammeln? Und wer möchte nicht, dass all dies tunlichst ohne negative Begleiterscheinungen wie hohe Kosten und lange Anreisen realisiert werden kann?

 Wattenmeer: Freiheit, Abenteuer und Aktion im Einklang mit der Natur

Für all diejenigen, die sich nun angesprochen fühlen, möchte ich von einem Segeltörn auf dem Wattenmeer berichten, durchgeführt auf einem traditionellen Frachtensegler, der modernisiert nun bis zu 25 Personen als Transport-, Kommunikations-, Erholungsort und Schlafplatz zur Verfügung stehen kann. Diese Schiffe sind teilweise 100 Jahre alt und wurden bevorzugt im Wattenmeer der friesischen Inseln eingesetzt und wegen der oft geringen Wassertiefe dort ohne Kiel gebaut, was ihnen den Namen Plattbodenschiffe einbrachte.

Segeln für jedermann auf dem Wattenmeer

Segelkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, die Arbeit an Bord wird von erfahrenen Skippern eingeteilt, überwacht und unterstützt. Und so kann Jeder schon nach wenigen Stunden der Einweisung die fundamentale Erfahrung machen, was es heißt, nach der Ausfahrt aus dem Hafen den Motor abzustellen, gemeinsam Segel zu hissen, Leinen zu fieren und mitverantwortlich zu sein dafür, dass er Wind die Segel beult, das Schiff Fahrt aufnimmt und ein festgelegtes Ziel nur mit Wind und Strömung angesteuert werden kann. Dieser Moment der absoluten Ruhe, nur untermalt durch das Rauschen der Wellen, gehört sicher zu einem emotionalen Höhepunkt einer solchen Reise. Hier verstummen Gespräche, Besinnung kehrt ein. Und der Reisende fühlt sich zwangsläufig vereint mit den Kräften der Natur. Und er spürt, dass es nun nicht mehr gegen, sondern nur noch mit dieser und im Einklang mit ihr weiter gehen kann.

Mann steht auf einem Segelboot und hält ein Handy in der Hand.

Dass Jeder eine andere Aufgabe an Bord zu erfüllen hat, steigert das Solidaritätsgefühl, schweißt zusammen. Und dabei ist es unerheblich, ob zentrale Aufgaben zu erledigen sind oder auf den ersten Blick eher nebensächliche Tätigkeiten. Schnell wächst das Bewusstsein, dass es – wie in einem Uhrwerk auch – keine wichtigen und unwichtigen Zahnräder gibt.

Und nach dem Segel auf dem Wattenmeer

Wer dann nach einem Tag auf See tatkräftig angepackt hat, wer in Ruhephasen nichts anderes zu tun hatte als lange auf den Horizont zu schauen, der wird abends im Hafen nach einem üppigen selbstgekochten Mahl die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen und in geselliger Rund das Seemannsgarn spinnen, mit dem solche Fahrten gewoben werden.
The Mountains speek for themselfes. Dieser Leitsatz der Erlebnisnispädagogik kann hier ohne Abstriche umgemünzt werden zu: The Sea speaks for itself!!

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